RÜCKSCHAU // Deutscher Pflegetag thematisiert berufliche Selbstverwaltung

„Teamarbeit – Pflege interdisziplinär“ war das Motto des diesjährigen Deutschen Pflegetags vom 15. bis 17. März 2018 in Berlin. „Besonders in berufspolitischer Hinsicht war auf dem Deutschen Pflegetag eine Aufbruchsstimmung zu spüren“, sagt Katrin Havers, Vorstandsvorsitzende des Errichtungsausschusses. Jens Spahn, neuer Bundesgesundheitsminister, sprach sich klar für die Errichtung von Pflegekammern aus. Der Minister selbst informierte sich am Infotresen der Pflegekammer Niedersachsen über den aktuellen Stand der Errichtung der größten berufsständischen Vertretung in Niedersachsen.

Zusammen mit den beiden Landespflegekammern Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein informierte der Errichtungsausschuss der Pflegekammer Niedersachsen am gemeinsamen Messestand in zahlreichen Einzelgesprächen über Aufgaben, Stand der Registrierung und die bevorstehenden ersten Wahlen zur Kammerversammlung. „Wir haben viel Zustimmung erfahren, andere Bundesländer beneiden uns um unsere Kammer“, sagt Anja Wiedermann, Bereichsleiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Die Vorsitzende des Errichtungsausschusses, Katrin Havers, nahm an einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion teil. Sie sprach gemeinsam mit dem Vorsitzenden des G-BA Prof. Josef Hecken, dem Vize-Präsidenten der Bundezahnärztekammer Prof. Dr. Dietmar Oesterreich und Andreas Westerfellhaus, dem neuen Pflegebeauftragten der Bunderegierung über die Vorteile der berufsständischen Selbstverwaltung. „Nur eine Pflegekammer kann sicherstellen, dass berufspolitische Entscheidungen tatsächlich von Pflegenden und nicht von berufsfremden Akteuren getroffen werden“, so Havers. „Mit der Kammer können die beruflich Pflegenden ihre Zukunft und Gestaltung der Berufsausübung selbst in die Hand nehmen.“

Auf breite Zustimmung stieß die Ankündigung von Gesundheitsminister Spahn, Andreas Westerfellhaus zum neuen Pflegebeauftragten der Bundesregierung zu berufen. Mit Westerfellhaus erhält die Pflege auf höchster Ebene eine starke Stimme. Der hervorragend vernetzte Experte gilt seit Jahren als einer der profiliertesten Verfechter einer starken berufsständischen Selbstverwaltung in Deutschland.

Pflege wird durch die Errichtung von Landespflegekammern auf Landes- und Bundesebene deutlich hörbarer – daran gibt es keinen Zweifel. Diese positive Grundstimmung zog sich durch den gesamten Kongress hindurch. Sie bestätigt den bestehenden Kammern das Erreichte. Allen anderen macht sie Mut, die nächsten Schritte zu gehen: hin zu einer starken Selbstverwaltung. Die Pflege hat es verdient. „Nicht ohne uns, über uns zu reden“, wie Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerats betont.

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